Initiative „Schule macht Judo“

20170707_103133Unter dem Motto „Schule macht Judo“ besuchte unser FSJ’ler Jonas Ludwig im Laufe des gerade zuende gehenden Schuljahres eine ganze Reihe verschiedene Schulen. Initiiert vom Bayerischen Judoverband, fand das Projekt seinen Weg schnell nach Aschaffenburg. Bei ersten Aktionen im Auftrag des BJV in Iphofen, Kümmersbruck, Coburg und Schwandorf konnte Jonas Erfahrungen sammeln, das Konzept optimieren und nach seinen Vorstellungen anpassen. Als alles fertig war, hat Jonas dann begonnen, sich im Rahmen seines freiwilligen sozialen Jahres auf die Suche nach Kooperationspartnern bei den Schulen in Aschaffenburg und Umgebung zu machen. E-Mails, Telefonate und persönliche Gespräche mit Lehrern und Schulleitern zeigten schnell Wirkung. Insgesamt 15 Aktionstage wurden an der Kolpingschule, der Grund- und Mittelschule Mainaschaff, der Erthalschule, der Schillerschule, sowie der Grund- und Mittelschule Haibach durchgeführt.

Zu Beginn der jeweils 45-minütigen Stunde begrüßte der Trainer die Kinder in Judomanier durch eine Verbeugung, anschließend wurden die wichtigsten Regeln abgesprochen. Am Anfang des Praxisteils stand das Aufwärmen. Mit einem kurzen Spiel wurde der Kreislauf in Schwung gebracht und gleichzeitig Kooperation und Gruppenzusammenhalt gefördert. Ziel war es den Kindern zu vermitteln, dass sie sich gegenseitig helfen und aufeinander aufpassen müssen, um das Spiel erfolgreich zu gestalten.

Anschließend lernten die Kinder exemplarisch das richtige Fallen nach hinten, damit in den folgenden Teilen gefahrlos die ersten Judotechniken geübt werden konnten. Los ging es immer im Boden. Das Ziel hier ist es, seinen Partner auf dem Rücken festzuhalten und zu verhindern, dass er aufsteht oder sich auf den Bauch dreht. Durch eigenes Ausprobieren kamen die Kinder schnell darauf, dass das am effektivsten funktioniert, wenn ich mit meinem Brustkorb, den Brustkorb des Partners belaste. Und wenn man dann noch Ukes Schulter festlegt und die Knie anzieht, hat man schon den ersten Judo-Haltegriff – Mune-gatame – gelernt. Um der manchmal überschießenden Energie der Kinder ein geeignetes Ventil zu geben, wurden kurze Übungskämpfe, sogenannte Randoris, im Boden gemacht.

Den letzten Teil der Stunde bildete dann der Standkampf. Die anfängliche Angst davor, von jemandem auf die Matte geworfen zu werden, klang jedesmal schnell ab und die Schüler wollten gar nicht mehr aufhören. Mit dem Fokus darauf, auf den Partner aufzupassen, wurde das Prinzip des O-soto-otoshi als Wurftechnik eingeführt. So gut wie alle Kinder waren nach kurzem Üben in der Lage, das Gleichgewicht des Partners zu brechen und ihn mit angemessener Fallunterstützung zu werfen. Klassen, die gut mitgemacht und deshalb am Ende noch Zeit übrig hatten, lernten zusätzlich eine Verbindung von Stand- und Bodenkampf kennen – erst Werfen und dann direkt im Haltegriff festhalten.

Den Abschluss bildete ein Gespräch darüber, wo man Judo machen kann und wo nicht. Ergebnis: Unter Aufsicht eines Trainers und auf einer geeigneten Matte ist es in Ordnung, überall sonst darf Judo nicht angewendet werden. Zur Verabschiedung bekam jedes Kind ein kleines Geschenk vom Bayerischen Judoverband und einen Flyer mit den Trainingszeiten bei der DJK Aschaffenburg.

Ein so gut durchdachtes und erprobtes Konzept lässt man auch nach dem Ende der eigentlichen Aktion nicht in der Schublade verschwinden. Deshalb hat Jonas es den anderen Trainern der DJK vorgestellt, die es schon erfolgreich in der Brentano Grundschule und der Grünewaldschule verwendet haben. Beide Schulen haben bereits Judo-AGs und sind sehr offen für unseren Sport, deshalb konnten wir mit den Klassen sogar jeweils 90 Minuten auf der Matte verbringen, was durch die Flexibilität und Qualität des Konzepts problemlos möglich war. (jl)

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