Ein unvergesslicher Tag: Die Frauen der DJK Aschaffenburg krönen sich zu Bayernliga-Meisterinnen
Manchmal schreibt der Sport Geschichten, die man so schnell nicht vergisst. Am finalen Kampftag der Judo-Bayernliga in Abensberg erlebten die Frauen der DJK Aschaffenburg einen dieser ganz besonderen Momente. Mit Mut, Leidenschaft und beeindruckendem Teamgeist kämpften sie sich an die Spitze und machten das scheinbar Unmögliche möglich: Sie überholten den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer TV Erlangen und sicherten sich erstmals den Titel in der Bayernliga.
Vor der Saison hatte kaum jemand mit diesem Triumph gerechnet. Platz drei galt als realistisches Ziel, und gerade in den leichtesten Gewichtsklassen war die Personaldecke dünn. Doch die Mannschaft ließ sich davon nicht entmutigen. Vor dem letzten Kampftag lag die DJK noch auf Platz zwei, einen Punkt hinter Erlangen. Klar war: Nur ein Sieg konnte den Traum vom Meistertitel Wirklichkeit werden lassen.
Schon im ersten Durchgang zeigte das Team, dass es bereit war, alles zu geben. Svenja Becker glich mit einem Fußfeger aus, Rabea Hohmann legte in der Gewichtsklasse bis 63 kg mit einem Innenschenkelwurf nach. Lara Schurz brachte die DJK mit einem Schulterwurf weiter nach vorn, Annika von Hagen punktete per Aufgabe ihrer Gegnerin. Auch Rückschläge in den leichten Gewichtsklassen warfen die Aschaffenburgerinnen nicht aus der Bahn. Emely Thiere gewann bis 70 kg mit einem Innenschenkelwurf, Annika Krüger erkämpfte eine kleine Wertung – und zur Pause führte die DJK mit 6:4.
Im zweiten Durchgang wurde es noch einmal dramatisch. Erlangen glich in den Gewichtsklassen bis 57 kg aus, doch die DJK antwortete mit großer Nervenstärke. Lara Schurz gewann per Aufgabe, Annika von Hagen mit einem Hüftwurf, Rabea Hohmann erneut mit einem Innenschenkelwurf. Auch Neuzugang Aline Bunkert lieferte genau im richtigen Moment ab. Plötzlich führte Aschaffenburg mit 10:6 – doch entschieden war noch nichts. Als die beiden Leichtgewichtlerinnen ihre Kämpfe verloren, lag wieder Spannung in der Luft.
Dann kamen Annika Krüger und Emely Thiere: Krüger gewann nach nur 16 Sekunden mit einem Hüftwurf, Thiere zwang ihre Gegnerin zu drei Strafen. Der 12:8-Endstand war perfekt – und der Jubel grenzenlos.
„Natürlich geht man in eine Begegnung, um zu gewinnen. Aber gegen Erlangen, gegen die wir noch nie gewonnen hatten, am Ende zu siegen und Meister zu werden, ist etwas Besonderes“, sagte Teamsprecherin Svenja Becker. Passender hätte man diesen Tag kaum beschreiben können. Für ihre starke Leistung wurde Becker bei der Pokalübergabe außerdem als beste Kämpferin des Tages ausgezeichnet.
Nach dem Aufstieg im Jahr 2018 ist die DJK Aschaffenburg nun ganz oben angekommen. Dieser erste Bayernligatitel ist ein Meilenstein für die Kämpferinnen, das Trainerteam, den Verein und alle, die diesen Weg begleitet haben. Ob der mögliche Aufstieg in die 1. Bundesliga finanziell und sportlich umsetzbar ist, wird noch geprüft. Doch an diesem Tag stand nur eines im Mittelpunkt: die pure Freude über einen historischen Erfolg, der lange in Erinnerung bleiben wird.








